FARMLAND KNOW-HOW
Weidezaungeräte - was Sie vor dem Kauf wissen sollten
Elektrozäune werden zum Einzäunen oder Ausgrenzen von Tieren verwendet. Diese funktionieren besonders einfach, bieten hohe Sicherheit, Mobilität und Flexibilität, sowie eine einfache Kontrolle der Zaunanlage. Weidezaungerät, Leitermaterial, Weidezaunpfähle mit Zubehör und Erdung bilden das Grundgerüst des elektrischen Weidezauns.
Weidezaungeräte: 4 Faktoren sind entscheidend
Welches Weidezaungerät verwendet werden soll, hängt primär von folgenden 4 Faktoren ab:
- Stromversorgung: Welche Möglichkeiten der Stromversorgung stehen am Ort der Anlage zur Verfügung (Strom, 9V Batterie, 12V Akku, Solar)
- Tierart: Welche Tierarten sollen eingezäunt bzw. ausgegrenzt werden
- Zaunlänge: Wie lange wird der geplante Zaun sein
- Bewuchs: Wie stark kann der Bewuchs der Elektrozaunanlage sein
Der nachfolgende Überblick geht im Detail auf die einzelnen Faktoren ein und unterstützt Sie bei der Auswahl der für Sie idealen Weidezaunanlage.
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Sehr gerne steht Ihnen unser kompetentes Team zu unseren Geschäftszeiten telefonisch oder per Kontaktformular mit Rat und Tat zur Seite.
Gut zu wissen: Fachbegriffe einfach erklärt
Zum besseren Verständnis unserer Produkte möchten wir Ihnen eine kurze Erklärung einiger Fachbegriffe geben:
- Ausgangsspannung (Volt): Spannung des Gerätes im Leerlauf
- Spannung bei 500 Ohm (Volt) Hütespannung: Spannung bei Belastung (Berührung oder Bewuchs), bei Körperberührung darf die Spannung 2.000 V nicht unterschreiten und 10.000 V nicht überschreiten
- Ladeenergie (Joule): Energie die das Gerät der Stromquelle entnimmt und für sich selbst verbraucht
- Entlade-/Impulsenergie (Joule): Maximale Energie des Stromimpulses, entspricht der Schlagstärke im Zaun, bei Körperberührung darf die Impulsenergie 5 Joule nicht überschreiten
- Stromverbrauch (Watt oder mA): Leistung die das Netzgerät oder das Batterie-/Akkugerät der Stromquelle entnimmt
- Theoretische Zaunlänge (CEE): Zaunlänge bei völliger Störfreiheit
- Zaunlänge ohne bis bei starkem Bewuchs: Zaunlänge bei unterschiedlich starkem Bewuchs
Faktor 1:
Stromversorgung
Für jede Gegebenheit die passende Lösung
230 V Netzgeräte (Strom aus Steckdose)
Die netzgebundenen Geräte bieten viele Vorteile, die wir Ihnen hier kurz präsentieren möchten.
- Geringe Betriebskosten
- Besonders energiesparend
- Extrem leistungsstark
- Anwendung auch für robuste Tiere, lange Zäune und starken Bewuchs
- Sichere Montage an Gebäuden, Kontrolle von zu Hause aus möglich
- Dauerhafte und zuverlässige Stromquelle
Diese Dinge sollten Sie beachten:
- Risiko bei Stromausfall
- Stromanschluss notwendig, nicht flexibel/mobil
9 V Batterie-Weidezaungeräte (Strom aus Batterie)
Die Vorteile im Überblick:
- Leicht und handlich
- Flexibel einsetzbar
- Solarbetrieb möglich
- 12 V Akkubetrieb möglich
Diese Dinge sollten Sie beachten:
- Leistung durch Batterie begrenzt, für leicht zu hütende Tiere, kürzere Zäune und wenig Bewuchs
- Diebstahlgefahr
- Hohe Betriebskosten durch regelmäßigen Kauf von Batterien
12 V Akku-Weidezaungeräte (Strom aus wiederaufladbarem Akku)
Die Vorteile im Überblick:
- Flexibel einsetzbar
- Leistungsstark
- Anwendung auch für robuste Tiere, lange Zäune und starken Bewuchs
- Akku kann nachgeladen werden
- Solarbetrieb möglich
Diese Dinge sollten Sie beachten:
- Diebstahlgefahr
- Ladezeit für Akku
Faktor 2: Tierart
Welche Tierart soll eingezäunt bzw. ausgegrenzt werden?
Je nachdem, welche Tierart kontrolliert werden soll, variiert die Leistung des Weidezaungeräts. Besonders wichtig ist die Spannung bei einer Belastung von 500 Ohm, da dies die Berührung eines Tieres simuliert. Tiere wie Rinder, Pferde, Schweine oder Hunde, die als "leicht zu hütende Tiere" gelten, haben meist kurzes Fell und sind oft an Elektrozäune gewöhnt. Hier genügt eine Mindestspannung von 2.000 V.
Für "schwer zu hütende Tiere", wie Wildtiere, Ziegen, Schafe oder Geflügel, werden leistungsstärkere Geräte benötigt. Diese Tiere haben dichteres Fell oder sind nicht an Elektrozäune gewöhnt, daher sollte die Mindestspannung bei mindestens 4.000 V liegen.
Die Entlade- oder Impulsenergie gibt die maximale Energie an, die das Weidezaungerät am Zaun abgibt. Weidezaungeräte mit kleiner Impulsenergie (bis 1 Joule) eignen sich für "leicht zu hütende Tiere", kurze Zäune und wenig Bewuchs. Für "schwer zu hütende Tiere", mittlere Zäune und normalen Bewuchs wird eine mittlere Impulsenergie (bis ca. 5 Joule) benötigt. Lange Zäune und starker Bewuchs erfordern Geräte mit starker Impulsenergie (über 5 Joule).
Faktor 3: Zaunlänge
Wie lange ist Ihr geplanter Weidezaun?
Die Zaunlänge spielt eine wesentliche Rolle bei der Auswahl des richtigen Weidezaungeräts. Je länger der Zaun, desto leistungsstärker muss das Gerät sein, um eine gleichbleibende Spannung aufrechtzuerhalten. Dabei ist es wichtig, auf die passende Spannung und Impulsenergie (siehe oben) zu achten, um sicherzustellen, dass der Strom den gesamten Zaun gleichmäßig durchläuft.
Ein wichtiger Hinweis: Die Zaunlänge wird immer in ihrer einfachen Länge gemessen. Wenn Sie beispielsweise einen mehrreihigen Zaun planen, wird nur die Länge einer Ebene gemessen. Um einen optimalen Stromfluss sicherzustellen, sollten jedoch alle Ebenen in regelmäßigen Abständen korrekt miteinander verbunden werden.
Es ist außerdem wichtig, die Art des verwendeten Leitermaterials zu berücksichtigen, da unterschiedliche Materialien unterschiedliche Widerstände haben, die die Spannungsverteilung beeinflussen können. Besonders bei längeren Zäunen empfiehlt sich der Einsatz von niederohmigem Leitermaterial, um Leistungsverluste zu vermeiden.
Leitermaterial entdeckenFaktor 4: Bewuchs
Wie stark wird der Zaun bewachsen sein?
Ein oft unterschätzter Faktor bei der Wahl des Weidezaungeräts ist der Bewuchs des Zauns. Pflanzen wie Gras, Gebüsch oder Unkraut, die den Zaun berühren, können die Leistung des Zauns erheblich beeinträchtigen. Durch den Kontakt kommt es zu unerwünschten Ableitungen, die die Spannung im Zaun reduzieren und somit seine Wirksamkeit mindern.
Um die optimale Leistung des Weidezauns zu gewährleisten, sollte der Bewuchs auf ein Minimum reduziert werden. Dies kann durch regelmäßiges Freischneiden des Zauns oder den Einsatz von speziellen Unkrautvernichtungsmitteln erreicht werden. Bei starkem oder unkontrolliertem Bewuchs ist ein leistungsstärkeres Weidezaungerät mit höherer Impulsenergie erforderlich, um die Ableitungsverluste auszugleichen und die notwendige Spannung aufrechtzuerhalten.
Auch die Wetterbedingungen spielen eine Rolle: Feuchtigkeit, z. B. durch Regen oder Tau, kann die Ableitung durch Pflanzen verstärken. In solchen Fällen muss die Impulsenergie des Geräts entsprechend höher sein, um den Spannungsverlust zu kompensieren.